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THUN FAHRT USWÄRTS
 

EXTRAZUG nach Aarau

Fr. 19.04.2024

TP: 16:15 Thun Bhf



 

5. April 2024 um 18:45 Uhr

NIEMAND REIST NACH BERN


Es war nie unser Plan, nach Bern zu reisen. Der gemeinsame Aufruf der Schweizer Fanszenen und die darauffolgenden Reaktionen zeigen auf, dass die von der KKJPD vorangetriebene Eskalationsspirale eine Sackgasse ist. Die Spirale kann nur durch einen Schritt zurück zum bewährten Umgang mit Fussballfans wie in den vergangenen Jahren wieder verlassen werden.
 
In den letzten Tag
en wurde eine allfällige Eskalation in Bundesbern heraufbeschworen und der Sicherheitsapparat kam ins Rollen. Alles für nichts. “Ob am Samstag nun Tausende nach Bern reisen oder niemand - nur schon die Ankündigung sorgt für einen enormen Aufwand der Sicherheitsbehörden" – die medialen und behördlichen Reaktionen zeigen, dass es in der aktuell festgefahrenen Situation nur sehr wenig braucht, um grosse Unruhe zu stiften. Mehraufwand und weniger Sicherheit – das sind die Folgen des Werks politischer Hardliner:innen.
 
Wir Fanszenen reflektieren uns immer wieder selbst – auch öffentlich – und haben so in der Vergangenheit unseren Teil dazu beigetragen, dass sich eine insgesamt stabile Situation rund um Fussballspiele in der Schweiz nicht in eine Eskalationsspirale wandelt. Auf Behördenseite geschieht genau das Gegenteil. Anstatt auf Augenmass und Pragmatismus wird auf Nulltoleranz und Befehl um jeden Preis gesetzt. Reto Nause selbst macht den Zweck der Kollektivstrafen öffentlich: «Mir wäre auch lieber, es bräuchte keine Kollektivstrafen, dafür müssten sich aber die Täter stellen». Kollektive Erpressung – eine Blamage für den Rechtsstaat.
 
Weder Clubs, Liga noch die lokalen Stellen der Fanarbeit werden gegenwärtig ernsthaft oder überhaupt noch mit einbezogen, wenn es um die Fankultur geht - von Dialog auf Augenhöhe kann keine Rede sein. Die aktuelle Vernehmlassung des auf Eskalation setzenden und von der KKJPD entwickelten Kaskadenmodells ist eine Farce. Die darin enthaltenen Massnahmen werden seit Beginn der laufenden Saison auf Druck der Repressionsbehörden bereits umgesetzt und zwar im zunehmenden Masse, weil sie das Gegenteil von dem bewirken, was sie versprechen. Das Kaskadenmodell ist eine selbsterfüllende Prophezeiung der kantonalen Justiz- und Polizeidirektor:innen.
 
Dabei wäre es ganz einfach: Alles was es braucht, um die Eskalationsspirale zu verlassen, ist die Wiederherstellung und Weiterentwicklung des etablierten Umgangs mit Fussballfans der letzten Jahre, welcher eine insgesamt stabile Situation schuf. Wir sind bestrebt, den bewährten Weg weiter zu gehen und die Selbstregulierung weiter zu stärken. Zugleich werden wir nicht zulassen, dass die Fankultur in der Schweiz ohne Weiteres durch Hardliner:innen in die Knie gezwungen werden soll. Noch sind wir nicht nach Bern gefahren. Aber was nicht war, kann noch werden.


Auf Kollektivstrafen folgen kollektive Antworten!

20. Januar 2024 um 15:00 Uhr

ES REICHT - ALLE NACH BERN!

Seit Beginn der laufenden Saison haben die Behörden schweizweit eine Eskalationsspirale in Gang gesetzt, indem sie im Umgang mit Fussballfans auf Nulltoleranz und Kollektivstrafen setzen. Dem sagen wir Schweizer Fanszenen gemeinsam den Kampf an!
 
Nach den vergangenen Aktionen, wie zuletzt die Spielunterbrechungen durch Rauch am letzten Spieltag, tragen wir unseren Unmut am Samstag in die Bundeshauptstadt. Am kommenden Wochenende stehen nämlich gleich zwei Kollektivstrafen an. Eine davon beim Spiel YB gegen GC in Bern, wo mit Sicherheitsdirektor Reto Nause einer der treibenden Kräfte dieser Eskalationsstrategie seit längerem jegliches Augenmass verloren hat - nicht nur im Umgang mit Fussball
fans.
 
Auf Kollektivstrafen folgen kollektive Antworten: Am Samstag alle nach Bern!


Haltet euch auf den üblichen Kanälen bereit. Weitere Infos folgen!

16. Januar 2024 um 08:00 Uhr

Leere Kurven - kollektive Antworten auf Kollektivstrafen

Am kommenden Spieltag spielen der FC St. Gallen und der FC Luzern zum ersten Mal in dieser Saison gegeneinander. Aufgrund von Kollektivstrafen gegen Fans sollen alle Begegnungen der beiden Clubs in dieser Saison ohne Gästefans stattfinden. Aus Protest bleiben die Fankurven in allen Stadien der oberen zwei Ligen während den ersten 15 Minuten leer. Die Aktion ist ein gemeinsames Zeichen der Entschlossenheit in Richtung aller Hardliner bei den Behörden und in der Politik, die seit der Wiedereröffnung der Stadien nach der Pandemie ohne Not die Repressionsschraube anziehen.

Gegen Ende der letzten Saison kam es nach dem Spiel zwischen dem FC Luzern und dem FC St. Gallen zu unschönen Szenen, als die Luzerner Polizei Auswärtsfans am Fanlokal des FC Luzern vorbeiführte. Niemand kann darüber erstaunt sein. Mehrfach war es in der letzten Saison zu brenzligen Momenten gekommen, als Fans des FC Basel und des FC Zürich das Lokal kreuzten. Weshalb die Luzerner Politik in der Vergangenheit alle Vorschläge zur Entschärfung der Situation in den Wind schlug und so die Bedingungen schuf, die diese Szenen überhaupt erst möglich machten, bleibt ein Rätsel.

Kein Rätsel bleibt, wie Hardliner aus der Sicherheitspolitik die Gunst der Stunde für sich zu nutzen versuchten. Im Nachgang des Spiels setzte die Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD) die involvierten Vereine und die Liga derart unter Druck, bis diese einknickten und Gästesektorschliessungen beschlossen sowie mittrugen. Es sind Kollektivstrafen gegen alle Fans der beiden Vereine, ungeachtet dessen, wo sie an jenem Abend überhaupt waren oder was sie tatsächlich taten. Alle werden gleichermassen bestraft.

Dieser Vorgang stellt eine Eskalation der Behörden dar. Seit der Wiedereröffnung der Stadien nach der Pandemie suchen politische Hardliner ohne Not die Konfrontation mit den Fans. Dies ist eine Abkehr vom etablierten Umgang mit ähnlichen Ereignissen in der Vergangenheit, der auf einem Dialog auf Augenhöhe mit Fans und Vereinen fusste. Dieser Dialog hat in den vergangenen Jahrzehnten viel dazu beigetragen, dass es in der Schweiz eine lebendige Fankultur gibt, die den hiesigen Fussball im Stadion entscheidend belebt. Der Schweizer Fussball ist ein Erfolgsmodell mit immer höheren Zuschauerzahlen - auch wegen der Fankultur mit ihren Choreographien, Gesängen und Rivalitäten.

Wenn Hardliner den Umgang mit der Fankultur diktieren wollen, dann kommt es, wie es kommen muss: Der Dialog weicht dem Befehl, die Repression soll es richten und eine Eskalationsspirale wird in Gang gesetzt. Dieser Weg führt in eine Sackgasse. Die Konsequenz ist kurzfristig die Solidarisierung der Fans gegen solche Massnahmen, mittelfristig stets höhere Hürden für den Stadionbesuch und langfristig eine Verödung der Stimmung in den Stadien. Alle Erfahrungen im Ausland sowie die gemachten Erfahrungen in den vergangenen Jahrzehnten in der Schweiz weisen darauf hin, dass eine Strategie, die auf eine übermässige und kollektive Repression setzt, kein probates Mittel ist, um den überbordenden Momenten der Fankultur zu begegnen.

Diese gemeinsame Initiative aller Schweizer Fankurven ist ein Zeichen an die Vereine und Liga, sich nicht auf den Irrweg einzulassen, welchen politische Hardliner vorzugeben versuchen. Stattdessen soll der etablierte Umgang mit der Fankultur wiederhergestellt beziehungsweise beibehalten und weiterentwickelt werden. Die leeren Kurven sind ein Zeichen in Richtung aller Hardliner, dass sie mit ihren repressiven Vorstössen ins Leere laufen werden. Denn sie sind zugleich Ausdruck einer lebendigen und solidarischen Bewegung, die fähig und willens ist, für ihre Anliegen zu kämpfen.

Szene Aarau, Canton Baden, Muttenzerkurve Basel, Ostkurve Bern, KOP SUD LAUSANNE, CURVA NORD FC LUGANO 1908, USL (Luzern), Tribune Neuch`, Bierkurve Schaffhausen, Gradin Nord (Sion), Espenblock St. Gallen, Block Süd (Thun), Sektion Nord Vaduz, Sektor D Wil, Bierkurve Winterthur, Zürcher Südkurve, Sektor IV GC Züri

3. August 2023 um 16:34 Uhr

NUR NO WENIGI SCHRITT..

Mit dem etwas verzögerten Saisonstart sollen Fans wieder zurück ins Stadion dürfen. Grundsätzlich ein Grund zur Freude. Kürzlich veröffentlichte nun auch unser FC die Rahmenbedingungen dazu. Bis auf weiteres gilt hier ein Gästefanverbot für mindestens die ersten drei Heimspiele.

Wir haben uns schon immer dafür stark gemacht, dass Fussball für alle zugänglich sein muss. Somit ist nicht zuletzt der Entscheid, die ersten drei Heimspiele ohne Gästefans durchzuführen für uns als aktive Fanszene untragbar. Deshalb bleiben wir als organisierte Fanszene schweren Herzens dem Stadion bis auf weiteres fern und kehren vorerst nicht auf unsere Ränge zurück. Wir wissen, dass sich Situationen im Moment sehr schnell ändern können. Wir werden die Gesamtlage verfolgen und euch auf dem Laufenden halten.

Für uns soll dies auf keinen Fall ein Boykott sein! Wir rufen alle Fans unseres Fussballklubs auf eine Saisonkarte zu kaufen und sich für die kommenden Auswärtspiele bereit zu halten. In den kommenden Tagen werden wir über die geplanten Auswärtsfahrten kommunizieren. Für das Spiel in Kriens wird es keine organisierte Fahrt geben.

29. Juli 2021 um 11:50 Uhr

Gemeinsame Stellungnahme zum Saisonstart 2021/2022
Im Oktober 2020 konnten für kurze Zeit Fussballspiele mit mehr als 1'000 Zuschauerinnen und Zuschauern durchgeführt werden, wenn auch unter strengen Auflagen im Rahmen der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Diese wurden von uns mitgetragen, da aber ein Stadionbesuch wie gewohnt nicht ansatzweise möglich war, blieben wir zumindest als organisierte Fankurven den Stadien fern.

Ab der kommenden Saison soll der Besuch von Fussballspielen nun beinahe ohne Auflagen wieder möglich sein. Benötigt wird jedoch das Covid-Zertifikat, welches beim Stadioneinlass zusammen mit der ID vorgewiesen werden muss, um die Identität abzugleichen. Dieser Identitätsabgleich ist vorbelastet: Bereits in der Vergangenheit waren ID-Kontrollen immer wieder Teil repressiver Massnahmen (Deanonymisierung, Fanpass, Kombitickets etc.) aus der Politik oder von den Behörden, welche von uns stets entschieden und erfolgreich bekämpft wurden. Dazu gehörten auch die Aufhebung von Stehplätzen, eine Sitzplatzpflicht oder das Verbot von Gästefans – alles Auflagen, welche im vergangenen Oktober im Rahmen der Pandemie verfügt wurden.

Mit Hinweis auf eine künftige Akzeptanz von Pandemiemassnahmen warnten die grossen Schweizer Fanszenen deshalb bereits im September 2020 in der gemeinsamen Stellungnahme «Mit Publikum, aber ohne Kurve» vor einem allfälligen Missbrauch der Situation. Zu Recht, wie sich jetzt herausstellt: Zwischen KKJPD (Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren) und Liga fanden erste Treffen statt, an denen die Behörden forderten, die Massnahmen auch nach der Pandemie beizubehalten. In Sion wurde vergangene Woche bereits kommuniziert, dass ab sofort nur noch personalisierte Tickets verkauft werden und Gästefans verboten sind.

In diesem Kontext ist für uns alle Stand jetzt noch kein Entscheid möglich, ob wir als organisierte Fankurven auf Saisonstart hin ins Stadion zurückkehren oder unsere Mannschaften von ausserhalb unterstützen werden. Folgende Rahmenbedingungen sehen wir als Grundvoraussetzung, damit eine Rückkehr für uns überhaupt in Frage kommt:

• Klare geografische (vorgelagert) und personelle Trennung von Zertifikats- und Sicherheitskontrolle
• Schutz der Identität/Privatsphäre bei der Zertifikatskontrolle (Sichtschutz, keine Videoüberwachung)
• Geöffnete Gastsektoren
• Generell weiterhin niederschwelliger Zugang zu Test- und Impfmöglichkeiten sowie zum Zertifikat

Diese Rahmenbedingungen sind aber vielerorts noch unklar. Klar hingegen ist: Sobald die Pandemie als beendet gilt, müssen auch die letzten Auflagen fallen gelassen werden. Die Bekämpfung der Pandemie darf nicht für Repressalien gegen Fankurven missbraucht werden. Pläne wie diejenigen der KKJPD werden wir deshalb auch künftig gemeinsam und mit aller Kraft bekämpfen!

Szene Aarau, Muttenzerkurve Basel, Ostkurve Bern, Loz Boys Lausanne, Teste Matte - I Bravi Ragazzi (Lugano), USL (Luzern), Fidelis/Neuch'boys/Tigers95 (Neuchâtel), Section Grenat 1988 (Servette), Lousy Scum/Walliza Boyz/Red Tigers/Ibi Sumus/Sedunum (Sion), EBSG (St.Gallen), Block Süd Thun, Winterthur, Zürcher Südkurve, Sektor IV GC Züri

19. Juli 2021 um 08:00 Uhr

SAISONSTART UND SO

Heute wird pünktlich um 19:00 Uhr wieder Fussball gespielt. Vorfreude sieht anders aus. Doch nicht der sportliche Abstieg sorgt für die fehlende  Vorfreude, sondern die anhaltenden Covid19 bedingten Umstände.

Die ungewohnt kämpferische Ansage seitens FC, als Saisonziel den Aufstieg ins A zu setzen,  lässt uns aber zumindest sportlich hoffen.
 
Zudem hoffen wir, dass der FC Thun wieder zu der Einfachheit zurückfindet, die der Klub einst verkörperte. Wir sehnen uns danach, dass die Führung endlich wieder versucht die Menschen der Stadt und Agglomeration Thuns hinter den Verein zu bringen und nicht übertriebene Berner Oberland-Slogans propagiert. Wir wollen weg von violetten Arialschriftendesign-Fanshop-Shirts und zurück zum rot-weissen Stadtklub aus Thun.

Wie wir im Juni bereits kommunizierten, werden wir unter den Auflagen der Corona-Spielbetrieben weiter auf organisierten Support verzichten. Wer das Ganze unterstützen will, soll dies für sich entscheiden. Wir bleiben entschieden fern. Dass uns diese Entscheidung gerade in der momentanen sportlichen Situation sehr schwer fällt, versteht sich von selbst.

Hoffen wir auf eine möglichst zeitnahe Rückkehr zum Fussball, den wir alle lieben.

Vorwärts FCT!

18. Sept. 2020 um 08:15 Uhr

EINIGES ZUR AKTUELLE SITUATION
Fuessbau ohni Fans...
Trostlose Betonstufen, leere Sitzschalen, schrille Schreie von Spieler und Trainer, die durch die Einsamkeit des weiten Runds hallen, keine Stimmung, keine Fans und noch weniger Emotionen – das sind Szenen, die in der Fussballschweiz, sowie für den FC Thun, Realität wurden. Die pandemiebedingte Lage der letzten Monate hat auch im Sport ihren grossen Einfluss und scheint nun das hässliche Gesicht des Profi-Fussball deutlicher denn je zum Vorschein zu bringen. Im Zentrum steht nicht überraschend der Profit.
 
…isch wie Chlatsche ohni Lohnerhöchig
Für uns als Fanszene ist klar, dass andere gesellschaftliche Themen wichtiger sind. So wären Debatten über höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen für die Menschen, die tagtäglich pflegen, putzen oder in Logistikzentren und an anderen unterbezahlten Arbeitsstellen schuften, in der momentanen Zeit viel wichtiger. Klatschen ist nichts mehr als eine lieb gemeinte Geste. Was den Arbeiter*innen wirklich hilft sind bessere Arbeitsbedingungen.
 
Falsche Motivationen
In Deutschland wurden enorm grosse Aufwände betrieben, um schnellstmöglich wieder erst- und zweitklassigen Fussball in der Flimmerkiste zu zeigen. Was dabei aber keine grössere Rolle zu spielen scheint, sind die Interessen der Fanszenen und Stadiongänger*innen zu berücksichtigen.
Dass der Spielbetrieb in Deutschland so schnell wieder aufgenommen wurde, ist unter anderem dem Druck der TV-Sender zuzuschreiben. Es geht um viel Geld. Der Fussball wird also längst nicht mehr durch die Interessen der Zuschauer*innen im Stadion beeinflusst, sondern durch jene vor dem Bildschirm, die das Spiel Bayern München – RB Leipzig auch in China oder sonst wo konsumieren können, und die nicht auf die Stimmung und auf das Stadionerlebnis zählen. Dass diese Entfremdung für den Fussballfan einschneidend ist, vermag daher nicht zu überraschen.
Natürlich ist die Absicht, eine Saison sportlich zu Ende zu spielen auf den ersten Blick als löblich anzuerkennen. Doch muss der Fan sich bewusst sein, dass die Interessen einer Saisonfortführung kommerzieller Natur sind, ansonsten müsste wohl kaum dieser Zeitdruck auferlegt werden. Der Fussball ist für uns alle enorm wichtig, ihn aber unter zwanghaften und widrigsten Umständen durchzuführen, erscheint uns als befremdlich und ist definitiv nicht zu unterstützen. Zusammenfassend ist die Durchführung von Geisterspielen also nur ein Bekenntnis seitens Verbands und Vereinen, dass TV-Gelder aus Übertragungen durch Teleclub wichtiger sind als der Fussballsport im Stadion. Im Prinzip also Bundesliga auf sehr kleinerem Niveau.
 
Die Utopie der Ewiggestrigen
Wagen wir einen möglichen Blick nach vorne: Verschiedene Diskussionen lassen erahnen, dass die ersten Spiele mit Zuschauer*innen nicht unter normalen Umständen durchgeführt werden. So stehen Spiele ohne Stehplätze oder mit personalisiertem Einlass zur Debatte. Für uns ist klar, dass solche Massnahmen in erster Linie der Eindämmung einer Pandemie helfen sollten. Dennoch wäre der Weg zu einem dauerhaften Zustand geebnet. Der feuchte Traum von so manchen Politikern und Polizisten wäre also zum Greifen nah. Am fatalsten wäre eine mögliche Tracking-Strategie, bei denen die Zuschauer*innen ihre Personalien so hinterlassen, dass sie stets zurückverfolgt werden können. Eine solche Massnahme vermag allenfalls eine Pandemie in Schach zu halten, könnte aber auch als Test dienen für spätere Szenarien mit personalisierten Tickets.
 
Beispielsweise im Eishockey ist es für Auswärts-Fans in diversen Schweizer Hallen Pflicht, mittels personalisierten Tickets dem Spiel beizuwohnen. Dem Fussball blieb dieser massive Eingriff in die Privatsphäre der Fans bisher erspart und das soll auch so bleiben. In einer Fussballschweiz, in der eine repressive Willkür von Seiten der Behörden zur Tagesordnung gehört, haben solche Überwachungssysteme ein enormes Missbrauchspotential und würden zu unverhältnismässigen Massnahmen führen, welche die Ultra- und somit Fankultur noch mehr unter Druck setzen würde.
 
Fussballnostalgie und echte Emotionen vor dem Abgrund
Längst ist klar, dass auch wir als Block Süd Thun bei jedem Stadionbesuch in der ersten Spielklasse an gewisse Grenzen der Vertretbarkeit stossen. So gibt es keinen Verein in der Super League, der nicht schon lägst in den Kreis des kommerziellen Fussballs eingetreten ist. Die aktiven Szenen sehen sich ständig konfrontiert mit Sponsoren und Investoren, die jede mögliche Bühne bekommen sich zu präsentieren: mit Halbzeitspielen und Pausenunterhaltungen für das Pläsier des typischen Fussballkunden, mit Trikotfarben, die nicht den Vereinsfarben entsprechen oder mit verkauften Stadion-Namensrechten. Dies alles untergräbt die Seele des Fussballsports. Auch bei unserem Fussballclub nehmen wir diese Entwicklungen Jahr für Jahr mehr wahr. So ist unser Klub seit kurzem auch auf Darlehen aus dem Ausland angewiesen, hat die Namensrechte des Stadions verkauft und versucht verzweifelt mit einer gross propagierten, ultrapeinlichen «Berner Oberland»-Strategie träge Kunden zu gewinnen, anstatt Identifikation in der Stadt Thun zu schaffen. Wir werden leider alle den einen oder anderen Kompromiss schlucken müssen, um weiter an den Spielen unserer geliebten Mannschaften teilhaben zu können. Wir werden weiterhin dem glatten Stadionerlebnis die Stirn bieten und uns so laut wie möglich mit unseren Ecken, Kanten und Farben in der grauen Welt des heutigen Spitzenfussball Gehör verschaffen. Wenn diese Ventile aber noch weniger möglich sind, werden zwangsläufig alle kreativen Elemente aus den Schweizer Stadien verschwinden und jede Partie wird zum Kräftemessen mit Geisterspielatmosphäre. Die Tatsache, dass kaum jemand solche Verhältnisse wirklich will, kann als letzter Strohhalm der Hoffnung aufgefasst werden.
 
Für uns ist klar, dass der Fussball nur mit uneingeschränktem Zuschauer*innenaufkommen, lauten Kurven und farbigen Choreos stattfinden sollte. Das Fussball-Business muss radikal umdenken. Es kann nicht sein, dass der Sport von allem möglichen abhängig zu sein scheint, nur nicht von Spielen mit Zuschauer*innen im Stadion. Der Fussball verbindet weltweit Menschen, die für ihre Vereine brennen. Fallen die Menschen weg, kommt das Konstrukt Fussball in seiner ganzen Raffgier zum Vorschein.
Wir werden deshalb dem Spielbetrieb fernbleiben, bis wir unseren Support wieder im gewohnten Rahmen durchführen können.
Fr Verein und Stadt. Vorwährts FCT!
 

23. Juni 2020 um 11:00 Uhr

GÄUDSPÄND

Um uns finanziell zu unterstützen, bietet sich unsere Aktion "Di Bächer für d Kurve" im Stadion oder aber eine Überweisung an.

Block Süd Thun | 3600 Thun | IBAN: CH37 0900 0000 6139 2460 5

Danke für deine Unterstützung!

RÄCHTSHIUF

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hilfe@blocksued.ch 

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