SAISONSTART UND SO

Heute wird pünktlich um 19:00 Uhr wieder Fussball gespielt. Vorfreude sieht anders aus. Doch nicht der sportliche Abstieg sorgt für die fehlende  Vorfreude, sondern die anhaltenden Covid19 bedingten Umstände.

Die ungewohnt kämpferische Ansage seitens FC, als Saisonziel den Aufstieg ins A zu setzen,  lässt uns aber zumindest sportlich hoffen.
 
Zudem hoffen wir, dass der FC Thun wieder zu der Einfachheit zurückfindet, die der Klub einst verkörperte. Wir sehnen uns danach, dass die Führung endlich wieder versucht die Menschen der Stadt und Agglomeration Thuns hinter den Verein zu bringen und nicht übertriebene Berner Oberland-Slogans propagiert. Wir wollen weg von violetten Arialschriftendesign-Fanshop-Shirts und zurück zum rot-weissen Stadtklub aus Thun.

Wie wir im Juni bereits kommunizierten, werden wir unter den Auflagen der Corona-Spielbetrieben weiter auf organisierten Support verzichten. Wer das Ganze unterstützen will, soll dies für sich entscheiden. Wir bleiben entschieden fern. Dass uns diese Entscheidung gerade in der momentanen sportlichen Situation sehr schwer fällt, versteht sich von selbst.

Hoffen wir auf eine möglichst zeitnahe Rückkehr zum Fussball, den wir alle lieben.

Vorwärts FCT!

18. Sept. 2020 um 08:1 Uhr

NEUE INTERNETUFTRITT

Wir starten in die neue Saison mit einem neuen Internetauftritt. Diese Gelegenheit wollen wir nutzen, um nochmals klarzustellen: Unser Fokus gilt der Realität, nicht dem Internet.

Wir betreiben diese Website sowie den Facebook Kanal Block Süd Thun. Alle anderen bespielten Plattformen handeln nicht in unserem Interesse. 

17. Sept. 2020 um 11:00 Uhr

EINIGES ZUR AKTUELLE SITUATION
Fuessbau ohni Fans...
Trostlose Betonstufen, leere Sitzschalen, schrille Schreie von Spieler und Trainer, die durch die Einsamkeit des weiten Runds hallen, keine Stimmung, keine Fans und noch weniger Emotionen – das sind Szenen, die in der Fussballschweiz, sowie für den FC Thun, Realität wurden. Die pandemiebedingte Lage der letzten Monate hat auch im Sport ihren grossen Einfluss und scheint nun das hässliche Gesicht des Profi-Fussball deutlicher denn je zum Vorschein zu bringen. Im Zentrum steht nicht überraschend der Profit.
 
…isch wie Chlatsche ohni Lohnerhöchig
Für uns als Fanszene ist klar, dass andere gesellschaftliche Themen wichtiger sind. So wären Debatten über höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen für die Menschen, die tagtäglich pflegen, putzen oder in Logistikzentren und an anderen unterbezahlten Arbeitsstellen schuften, in der momentanen Zeit viel wichtiger. Klatschen ist nichts mehr als eine lieb gemeinte Geste. Was den Arbeiter*innen wirklich hilft sind bessere Arbeitsbedingungen.
 
Falsche Motivationen
In Deutschland wurden enorm grosse Aufwände betrieben, um schnellstmöglich wieder erst- und zweitklassigen Fussball in der Flimmerkiste zu zeigen. Was dabei aber keine grössere Rolle zu spielen scheint, sind die Interessen der Fanszenen und Stadiongänger*innen zu berücksichtigen.
Dass der Spielbetrieb in Deutschland so schnell wieder aufgenommen wurde, ist unter anderem dem Druck der TV-Sender zuzuschreiben. Es geht um viel Geld. Der Fussball wird also längst nicht mehr durch die Interessen der Zuschauer*innen im Stadion beeinflusst, sondern durch jene vor dem Bildschirm, die das Spiel Bayern München – RB Leipzig auch in China oder sonst wo konsumieren können, und die nicht auf die Stimmung und auf das Stadionerlebnis zählen. Dass diese Entfremdung für den Fussballfan einschneidend ist, vermag daher nicht zu überraschen.
Natürlich ist die Absicht, eine Saison sportlich zu Ende zu spielen auf den ersten Blick als löblich anzuerkennen. Doch muss der Fan sich bewusst sein, dass die Interessen einer Saisonfortführung kommerzieller Natur sind, ansonsten müsste wohl kaum dieser Zeitdruck auferlegt werden. Der Fussball ist für uns alle enorm wichtig, ihn aber unter zwanghaften und widrigsten Umständen durchzuführen, erscheint uns als befremdlich und ist definitiv nicht zu unterstützen. Zusammenfassend ist die Durchführung von Geisterspielen also nur ein Bekenntnis seitens Verbands und Vereinen, dass TV-Gelder aus Übertragungen durch Teleclub wichtiger sind als der Fussballsport im Stadion. Im Prinzip also Bundesliga auf sehr kleinerem Niveau.
 
Die Utopie der Ewiggestrigen
Wagen wir einen möglichen Blick nach vorne: Verschiedene Diskussionen lassen erahnen, dass die ersten Spiele mit Zuschauer*innen nicht unter normalen Umständen durchgeführt werden. So stehen Spiele ohne Stehplätze oder mit personalisiertem Einlass zur Debatte. Für uns ist klar, dass solche Massnahmen in erster Linie der Eindämmung einer Pandemie helfen sollten. Dennoch wäre der Weg zu einem dauerhaften Zustand geebnet. Der feuchte Traum von so manchen Politikern und Polizisten wäre also zum Greifen nah. Am fatalsten wäre eine mögliche Tracking-Strategie, bei denen die Zuschauer*innen ihre Personalien so hinterlassen, dass sie stets zurückverfolgt werden können. Eine solche Massnahme vermag allenfalls eine Pandemie in Schach zu halten, könnte aber auch als Test dienen für spätere Szenarien mit personalisierten Tickets.
 
Beispielsweise im Eishockey ist es für Auswärts-Fans in diversen Schweizer Hallen Pflicht, mittels personalisierten Tickets dem Spiel beizuwohnen. Dem Fussball blieb dieser massive Eingriff in die Privatsphäre der Fans bisher erspart und das soll auch so bleiben. In einer Fussballschweiz, in der eine repressive Willkür von Seiten der Behörden zur Tagesordnung gehört, haben solche Überwachungssysteme ein enormes Missbrauchspotential und würden zu unverhältnismässigen Massnahmen führen, welche die Ultra- und somit Fankultur noch mehr unter Druck setzen würde.
 
Fussballnostalgie und echte Emotionen vor dem Abgrund
Längst ist klar, dass auch wir als Block Süd Thun bei jedem Stadionbesuch in der ersten Spielklasse an gewisse Grenzen der Vertretbarkeit stossen. So gibt es keinen Verein in der Super League, der nicht schon lägst in den Kreis des kommerziellen Fussballs eingetreten ist. Die aktiven Szenen sehen sich ständig konfrontiert mit Sponsoren und Investoren, die jede mögliche Bühne bekommen sich zu präsentieren: mit Halbzeitspielen und Pausenunterhaltungen für das Pläsier des typischen Fussballkunden, mit Trikotfarben, die nicht den Vereinsfarben entsprechen oder mit verkauften Stadion-Namensrechten. Dies alles untergräbt die Seele des Fussballsports. Auch bei unserem Fussballclub nehmen wir diese Entwicklungen Jahr für Jahr mehr wahr. So ist unser Klub seit kurzem auch auf Darlehen aus dem Ausland angewiesen, hat die Namensrechte des Stadions verkauft und versucht verzweifelt mit einer gross propagierten, ultrapeinlichen «Berner Oberland»-Strategie träge Kunden zu gewinnen, anstatt Identifikation in der Stadt Thun zu schaffen. Wir werden leider alle den einen oder anderen Kompromiss schlucken müssen, um weiter an den Spielen unserer geliebten Mannschaften teilhaben zu können. Wir werden weiterhin dem glatten Stadionerlebnis die Stirn bieten und uns so laut wie möglich mit unseren Ecken, Kanten und Farben in der grauen Welt des heutigen Spitzenfussball Gehör verschaffen. Wenn diese Ventile aber noch weniger möglich sind, werden zwangsläufig alle kreativen Elemente aus den Schweizer Stadien verschwinden und jede Partie wird zum Kräftemessen mit Geisterspielatmosphäre. Die Tatsache, dass kaum jemand solche Verhältnisse wirklich will, kann als letzter Strohhalm der Hoffnung aufgefasst werden.
 
Für uns ist klar, dass der Fussball nur mit uneingeschränktem Zuschauer*innenaufkommen, lauten Kurven und farbigen Choreos stattfinden sollte. Das Fussball-Business muss radikal umdenken. Es kann nicht sein, dass der Sport von allem möglichen abhängig zu sein scheint, nur nicht von Spielen mit Zuschauer*innen im Stadion. Der Fussball verbindet weltweit Menschen, die für ihre Vereine brennen. Fallen die Menschen weg, kommt das Konstrukt Fussball in seiner ganzen Raffgier zum Vorschein.
Wir werden deshalb dem Spielbetrieb fernbleiben, bis wir unseren Support wieder im gewohnten Rahmen durchführen können.
Fr Verein und Stadt. Vorwährts FCT!
 

 

23. Juni 2020 um 11:00 Uhr

GÄUDSPÄND

Um uns finanziell zu unterstützen, bietet sich unsere Aktion "Di Bächer für d Kurve" im Stadion oder aber eine Überweisung an.

Block Süd Thun | 3600 Thun | IBAN: CH37 0900 000 6139 2460 5

Danke für deine Unterstützung!

RÄCHTSHIUF

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